OSTTHÜRINGER Zeitung Jena

vom 17.10.2021 von Thomas Beier:

Jena Big Band hatte nach anderthalb Jahren den ersten öffentlichen Auftritt.

Es war zugleich das Jubiläumskonzert zum 30. Geburtstag.

1991 war einiges los in Jena: Die Stadtwerke wurden gegründet, Lothar Späth übernahm die Leitung der Jenoptik – und die Wolf-Friedrich-Bigband swingte zum ersten Mal. Heute heißt die Gruppe Jena Big Band (eigene Schreibweise: „JenaBigBand“), und das Jubiläumskonzert ging am Sonnabend an der Papiermühle über die Bühne.

Der letzte Auftritt liegt eineinhalb Jahre zurück

Fans und Band waren gleichermaßen froh, dass es wieder Jenaer Big-Band-Musik gibt. Letztmals konnte die Formation aus den hinlänglich bekannten Gründen im Februar 2020 öffentlich auftreten. Nun setzt die Band auf die Ball-Alternative unter freiem Himmel. Den erhofften goldenen Herbsttag gab es tatsächlich, und dazu passend war unter anderen „Fields of Gold“ von Sting zu hören. Ein Liebeslied.

Das Publikum lernte als neue Sängerin Janine van de Vorle kennen, die mit dem aus vielen Filmen bekannten „I Can’t Give You Anything But Love“ ihren Einstand gab. Kurz darauf war sie multifunktional als Fotografin unterwegs, um den Auftritt zu dokumentieren. Die Musiker gaben alles, und einige setzten sogar den Sombrero auf, als es lateinamerikanisch wurde.

Es war 1991, als sich einige der Musiker des Schott-Orchesters zusammenfanden, eine Big Band zu gründen. Wolfgang Friedrich war Gründer und Namensgeber. 20 Jahre später, als die Band in Jena etabliert war, übernahm sie auch den Namen der Stadt, der Gründer war auch dafür. Die Musiker kommen aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen. Seit 2000 hat Matthias Mark den Taktstock in der Hand.

Während der letzten Monate war das Jenaer Kassablanca zur Heimstätte der Band geworden, es ermöglichte in seinen Räumen wertvolle Probenarbeit. Der Empfang soll warmherzig und die Getränkeversorgung sensationell gewesen sein.

Auf ein Burschenpils an der Bühne neben der Kasse des Vertrauens

Die Festwiese für das Konzert hatte die Bigband von den Wirtsleuten aus der Papiermühle überlassen bekommen, Familie Kanz feierte in diesem Sommer selbst das 25-jährige Betriebsjubiläum. Die Band hatten einige Flaschen Burschenpils vor die Bühne gestellt und kassierte über die Kasse des Vertrauens ab. Leute sind knapp in der Gastronomie.

Die Musik führte dazu, dass im Laufe des Konzerts Unglaubliches passierte: Einzelne Big-Band-Freude fingen an zu tanzen. Einige Ältere erinnerten sich noch, Tanzen macht Spaß und ist so gesund. Es ist Zeit, mal wieder das Tanzbein swingen zu lassen.